viel Platz in der 1. Klasse

Disclaimer: Ich sitze gerade in einem ICE, der wegen eines Zugausfalls freigegeben wurde.

Liebe deutsche Bahn, lieber VRR,

Als Berufspendler bin ich regelmäßiger Nutzer der von Euch angebotenen Fahrzeuge.
Nach reiflicher Überlegung bin ich dazu übergegangen, Euch noch mehr Geld zu zahlen, um in den Luxus eines 1. Klasse Sitzplatzes zu kommen.
Ich weiß ja, dass ich damit keine Garantie auf einen Sitzplatz erworben habe, aber so hin und wieder würde ich schon ganz gerne davon profitieren.

Das dies wirklich schwer ist, möchte ich an den vergangenen Tagen darstellen:
Hintergrund: Ich fahre Mo-Fr jeweils mit dem Regional Express von Bochum nach Düsseldorf und wieder zurück.
Meine typische Fahrtzeiten sind morgens 6:56Uhr und nachmittags 17:54Uhr ( jeweils +- 1 Stunde ).
Mittlerweile weiß ich schon, in welchem Abschitt die erste Klasse Wagen zu erwarten sind und halt mich dementsprechend auf.

Nun ist es in den letzten Tagen wiederhlolt dazu gekommen, dass
– ein kompletter 1.Klasse Wagon abgesperrt mitgezogen wurde
– lediglich ein kleiner Abschnitt eines Wagons ( grob geschätze 10 Plätze ) als 1. Klasse ausgewiesen sind.

Wir befinden uns zur Zeit in den Schulferien, so dass etwas weniger Fahrgäste zu erwarten sind als sonst. Dennoch reichen die kapazitäten der
eingesetzten Regionalexpresse ( Doppelstockwagen ) nicht aus. Weder für die 1. Klasse, noch für die 2. Klasse. In einigen Kreisen der regelmäßigen Pendler hat sich
die Redewendung „Das leben in vollen Zügen genießen“ durchgesetzt. Ihr als öffentlicher Nahverkehr habt einen großen Einfluss auf die Arbeitskräfte der Berufspendler.

Vergleichen wir mal folgende beiden Möglichkeiten meines Arbeitstages:
A.) Ich steige in Bochum in den Regionalexpress, setze mich auf meinen geräumigen ( da 1.Klasse ) Platz und fahre entspannt zur Arbeit.
Unterwegs erledige ich noch einiges an liegen gebliebener Arbeit an meinem Laptop.

B.) Ich drängel mich in Bochum in einen bereits überfüllten Wagen, muss aber vorher noch einen kleinen Zwischensprint einlegen, da der letzte Wagen ( 1. Klasse ) heute wieder gesperrt ist.
Die kommenden 45 Minuten stehe ich zwischen schwitzenden, schlecht gelaunten Personen. Oft näher aneinander gedrängt, als es meinem persönlichen Wohlempfinden entsprechen würde

An welchem der beiden Arbeitstage bin ich wohl produktiver?

Mir ist bewusst, dass Ihr auch Geld bekommt, wenn die Fahrgäste stehen. Auch der preisliche Vorsprung gegenüber der aktuellen Spritpreise ist mir durchaus bewusst.
Aber was spricht denn gegen ein wenig Imagepflege? Meine Kollegen bekommen von mir direkt mit, wie ich mich in der Bahn gefühlt habe. Aktuell könnte ich sie schwer überzeugen auf das Auto zu verzichten. Da zieht selbst die Klimaproblematik nicht mehr.

Mein Vorschlag zur Güte:
Setzt doch mal die Entscheider eine Woche lang zu den Stoßzeiten in diese Züge. Aber nicht von der Endhaltestelle aus, sondern so mittendrin, wenn die Züge bereits überfüllt sind und die Klimaanlagen versagt haben. Gerne engagiere ich für diesen Zeitraum noch eine Schulklasse im pubertären Alter inkl. Handies und MP3 Playern. Für die ungeduschten, schwitzenden, übergewichtigen Mitfahrer muss man sich keine Sorge machen, die sind jeden Morgen dabei.

Morgen früh werde ich wieder 42,40 € für einen Monat 1. Klasse zusätzlich investieren ( nehme ich nicht als Abo! ). Ich würde mich freuen, kurzfristig über eine Besserung berichten zu können.

Mit freundlichen – wenn auch genervten – Grüssen,

Markus Klöschen

Weitere genervte, aber auch zufriedenen, Berufspendler dürfen sich gerne in den Kommentaren äußern.

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